Doku Mecklenburg- Vorpommern

Das Bundesland Mecklenburg- Vorpommern, nicht nur beliebte Urlaubsregion, sondern auch interessant für alle, die sich mit Signal- und Verkehrstechnik auseinander setzen. 

WSSB Bahnübergang "Alte Bahnhofsstraße/ Am Passergierkai" Warnemünde (2011 - R.I.P. 2011)

 

Warnemünde hatte einen Bahnübergang. Diesen gab es schon vor langer Zeit und wurde zu DDR-Zeiten mit Technik des VEB Werk für Signal- und Sicherungstechnik, kurz WSSB, ausgestattet. Damals kein Problem, nur in der heutigen Zeit wie vieler Orts, wurde das Verkehrsaufkommen immer größer. Zumal dieser die einzige Zufahrt zur Fähre Warnemünde - Hohe Dühne war. Das hohe Aufkommen und die starke Frequentierung des BÜ mit langen Schließzeiten waren Anlass für eine Brücke, die wenige Kilometer weiter Richtung Rostock errichtet wurde, un den Bahnübergang seit 2011 ersetzt. 

 

Schön anzusehen war die Größe das Bahnübergangs, der sogar eigene Schranken im Gehwegsbereich hatte. Besonderheit war, dass es einen Mischbetrieb zwischen zwei kleinen Standard- Weckern und zwei großen Weckern nach Altbauweiße gab. Diese wurden immer im Wechsel angesteuert und erzeugten einen wechselnden Hoch-Tief-Ton. 

Siemens/ WSSB EBÜT Bahnübergang "Am Brink" Lüblow (2013)

 

Eine große technische Besonderheit wies dieser Bahnübergang auf. Ein ursprünglicher Bahnübergang von WSSB, der auch einst die berühmten Andreaskreuze mit rotem Blinklicht trug, wurde nach der Wende teilsaniert, damit dieser Regelkonform mit den "westdeutschen" Bestimmungen ist. Dabei wurde ganz tief in eine Trickkiste gegriffen. Die Andreaskreuze und die Blinklichter verschwanden. Dafür wurde an der ursprünglichen und originalen Haltekonsturktion eine Art Modul angebaut. Diese ermöglichten den Anbau normaler Andreaskreuze, also dem VZ201-50, und zweifeldriger Rot-Gelb Signalgeber á 210mm von Siemens, inklusive Kontrastblende. Die Wecker wurden seitlich an die Wiederholer montiert und sogar mit den Schuten der alten Blinklichter abgedeckt. Die Schranken waren immernoch die selben, und die Schrankenbeleuchtung behielt genau wie der Wecker ihre Frequenz bei. Ein originaler Bahnübergang von WSSB ist immer schöner und besser, aber das war die interessanteste Teilmodernisierung, die es gab. 

Leider kann man diese mittlerweile nicht mehr sehen. Ein paar Jahre, nach dem wir den BÜ besucht hatten, wurde dieser komplett saniert. Diesmal umfasst er sogar eine Fußgängerabsicherung. Zu dem ist im Bereich neuerdings ein Bahnhof. 

Wir sind froh, trotz der schlechten Qualität meiner damaligen Kamera, diesen Bahnübergang in digitaler Form am leben zu erhalten. Denn das war nahezu einmalig.

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©Tom Seeberger